Lektion 10 - Entwicklungsumgebung 2

Erstellt von Frithjof Sat, 09 Jun 2007 20:55:00 GMT

- Änderungen
22.09.2007, rubykids.rb ist überarbeitet und erfordert nun den K-Parameter nicht mehr. Im folgenden können somit die Schritte zur Anpassung des Parameters beim Ausführen der Rubyprogramme in den verschiedenen Entwicklungsumgebungen ignoriert werden.
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Bevor wir uns ab Lektion 11 im Rahmen eines neuen Projektes (keine Häuser mehr—versprochen!) weiter mit Ruby selbst beschäftigen diskutieren wir in dieser Lektion ein wenig über Entwicklungsumgebungen. Wir reden über
  1. Vi/Vim, der Texteditor, den wir bisher verwendet haben. Auf den ersten Blick ist es nur ein Texteditor. Aber man kann auch ohne Vim zu verlassen direkt in Vim das aktuell bearbeitete Rubyprogramm ausführen lassen. Das ist aber aus meiner Sicht umständlicher, als sich parallel ein DOS-Fenster aufzumachen.
  2. SciTE, ein Texteditor, den wir mit Ruby zusammen installiert haben. Hier ist das Ausführen von Rubycode schon besser in den Editor integriert.
  3. Eclipse, das geht nun leider nicht mehr in einem einzigen Wort zu erklären. Eigentlich kann Eclipse alles – okay fast alles. Eclipse ist keine Entwicklungsumgebung und schon gar nicht ein Texteditor, sondern eher eine Plattform-Software, die man für viele Einsatzbereiche erweitern und anpassen kann. Bekannt wurde Eclipse trotzdem hauptsächlich als Entwicklungsumgebung für die Programmiersprache Java. Eclipse macht es aber auch möglich, es zu einer Entwicklungsumgebung für Ruby auszubauen. Ich werde in den nächsten Lektionen vorwiegend nur noch mit Eclipse arbeiten, wobei ich selbstverständlich das VIM Plugin für Eclipse installiert habe :-).

Zur Entwicklungsumgebung zählt als wichtigstes Element natürlich der Texteditor, mit dem wir unseren Programmcode entwickeln. Du kannst Rubycode übrigens mit jedem beliebigen Editor anlegen, der fähig ist Textdateien zu speichern. Aber der Editor ist nicht alles. Du hast in den letzten Lektionen eine Reihe von Dateien angelegt (lektion1.rb, lektion2.rb,...), die sicher alle im Verzeichnis c:\entwicklung liegen. Je mehr du programmierst, wirst du sicher feststellen, dass es zunehmend unübersichtlich wird, in einer immer länger werdenden Liste von Dateien die passende zu suchen. Man müsste das etwas organisieren können. Zum Beispiel durch das Anlegen von Unterverzeichnissen. Womit wir schon beim nächsten Problem sind. Wir wechseln ständig zwischen dem Texteditor und dem DOS-Fenster oder dem Dateiexplorer hin und her.

Aber auch der Programmcode in der Datei selber soll organisiert sein. Er soll gut lesbar sein. Daher rücken wir ja auch bestimmte Zeilen am Anfang etwas ein. Welches der beiden folgenden Codebeispiele findest du leichter zu lesen?

require 'rubykids'

zahl = 0
3.mal do
zahl += 5
schreibe zahl
end

require 'rubykids'

zahl = 0
3.mal do
  zahl += 5
  schreibe zahl
end

Wenn wir unsere Ideen in Ruby ausprobieren möchten, erzeugen wir meistens Code, der nicht lange Bestand hat. Wir verändern ihn, löschen was raus, fügen was ein, schreiben etwas um. Dabei gibt es manchmal Zeilen, die wir nur vorübergehend deaktivieren, weil wir die Idee vielleicht später weiterführen möchten. Am einfachsten ist es dabei, wenn wir die Zeile als Kommentar mit dem # Symbol markieren. Für eine Zeile ist das in Ordnung, aber wenn wir gleich 10 oder noch mehr Zeilen auf einmal auskommentieren möchten, ist es schon mühsam in jeder Zeile das # Symbol einzufügen. Gut, wenn das unsere Entwicklungsumgebung auch könnte.

Eine Entwicklungsumgebung die ihren Namen verdient sollte uns also mindestens mit folgenden Möglichkeiten verwöhnen:
  • Sie soll Textdateien erstellen können, in die wir unseren Programmcode ablegen.
  • Sie lässt uns die Dateien in Verzeichnissen organisieren.
  • Sie führt unser Programm aus, ohne dass wir ein DOS-Fenster aufmachen müssen. Entweder stellt sie ein eigenes Fenster dafür zur Verfügung, oder sie macht das DOS-Fenster für uns auf.
  • Sie hilft uns beim Finden von Tippfehlern.
  • Sie hilft uns beim Formatieren des Codes, indem sie automatisch die Zeilen einrückt, die bspw. durch ein do und end eingerahmt werden.
  • Sie hilft uns dabei, Codezeilen auszukommentieren (d.h. das # Zeichen an den Anfang zu stellen), aber auch das Kommentarzeichen wieder zu entfernen.
  • Sie macht unseren Code bunt. Sie malt bspw. Schlüsselwörter und Zeichenketten mit verschiedenen Farben an. Das erleichtert uns die Lesbarkeit des Codes.

Vim

Unsere Rubyprogramme schrieben wir bisher mit Vim, sofern du dich nicht bereits von Anfang an für einen anderen Texteditor entschieden hattest. Vim scheint anfangs ziemlich umständlich. Es ist ungewöhnlich, dass es einen Eingabemodus und einen Commandmodus gibt, insbesondere verwirrt bei den ersten Schritten mit Vim, dass sich die Tasten im Commandmodus so ganz anders verhalten. Vielleicht hast du schon bemerkt, dass dann der Cursor nicht nur mit den Pfeiltasten Auf, Ab, Links und Rechts, sondern auch mit den Tasten K, J, H, L bewegt werden kann. Das ist ziemlich cool, solange man mit 10 Fingern über die Tastatur fegt. Andernfalls ist es eher hinderlich. Aber nicht zuletzt deswegen wird Vim nach wie vor geliebt. Es gibt sogar Anstrengungen, Vim in andere Texteditoren und Entwicklungsumgebungen einzubetten, d.h. Vim oder zumindest die wichtigsten seiner Eigenschaften auch dort verwenden zu können, wo man Vim eigentlich nicht verwenden kann.

(Gibt es eigentlich Vim Features schon für einen webbasierten Editor, gar ein Plugin für TinyMCE? Bin für jeden Hinweis dankbar.)

Hier möchte ich nicht weiter auf die Details von Vim eingehen. Du findest im Web ziemlich viele Tutorials und Hilfeseiten dazu. Am leichtesten fängst du aber mit dem Tutorial an, das bereits mit der Installation von Vim gekommen ist. Du findest es im Verzeichnis von Vim …/Vim/vim70/tutor. Öffne dort das deuschsprachige Tutorial in der Datei tutor.de—natürlich mit Vim.

Ruby SciTE Entwicklungsumgebung

Unsere Installation von Ruby kommt eigentlich schon mit einer Entwicklungsumgebung. Wir haben sie zunächst absichtlich umgangen, um ein besseres Gefühl für das Anlegen von Dateien zu bekommen. Du findest SciTE im Installationsverzeichnis von Ruby unter c:\sprachen\ruby\scite\SciTE.exe. SciTE ist ein Texteditor, der auf Scintilla basiert. Scintilla wiederum ist eine Software die den Umgang mit Programmiercode möglich macht und bietet genau das was wir eigentlich oben angesprochen haben.

Legen wir mal unser Programm aus Lektion 1 (okay, ich glaub’ dir ja, dass du es schon nicht mehr sehen kannst – du kannst dir ja für dieses Beispiel auch ein eigenes Programm ausdenken) mit SciTE an:

  1. Öffne SciTE durch Doppelklick auf c:\sprachen\ruby\scite\SciTE.exe

  2. Nachdem du den Code aus Lektion 1 eingegeben hast, müsste es etwas so auch bei dir aussehen:
  3. Wir speichern die Datei nun unter c:\entwicklung\lektion1_sciTE.rb ab. Gehe dazu im SciTE im Menü File auf Save as, suche das Verzeichnis c:\entwicklung und gib als Dateinamen lektion1_sciTE.rb ein und klicke auf Speichern.

    Nach dem Speichern erkennt SciTE an der Dateiendung .rb, dass die Datei Rubycode enthält und macht dann den Code bunt.
  4. Kann SciTE unser Programm auch ausführen? Versuchen wir es! Gehe im Menü auf Tools und dort auf Go oder drücke die F5 Taste.

    Es geht kurz ein DOS-Fenster auf und verschwindet aber wieder. Dann erscheint im Ausgabefenster von SciTE die Ausgabe unseres Programms. Aber, was dort steht ist nicht das, was wir erwartet haben, sondern es erscheint eine Fehlermeldung. Irgendwie meckert Ruby was von Invalid char…. Es liegt wieder einmal an unserer deutschen Sprache. Wir führen die Rubyprogramme im DOS-Fenster ja mit dem K-Parameter -Ku aus. Das müssen wir SciTE auch erst noch beibringen.
  5. Gehe dazu in SciTE wieder im Menü auf Options und klicke in der langen Liste, die sich öffnet auf Open ruby.properties.
  6. Es öffnet sich eine weitere Reiterkarte, die den Inhalt der Datei ruby.properties anzeigt. In dieser Datei können wir konfigurieren, wie SciTE mit unseren Rubyprogrammen umgeht. Dort kannst du bspw. die Farben für die Hervorhebung von Zeichenketten ändern. Wir suchen aber jetzt etwas anderes, nämlich die Stelle, an der SciTE den Rubyinterpreter mit unserem Rubycode aufruft. Bei mir findet sich die gesuchte Stelle in Zeile 104.

    Ergänzen wir hier einfach unseren -Ku Parameter, speichern die Datei ruby.properties, gehen wieder in unser Rubyprogramm und versuchen es erneut mit F5 es auszuführen. Jetzt klappt es!

Eclipse mit Rubyplugin

Oben habe ich schon einige Worte zu Eclipse verloren. Es ist keine Entwicklungsumgebung, obwohl Eclipse wahrscheinlich am meisten als solche verwendet wird, insbesondere für die Programmiersprache Java. Wir schauen uns hier kurz an, wie wir Eclipse als Entwicklungsumgebung für Ruby verwenden können. Los geht’s wie immer am Anfang mit der Installation, ein wenig Konfiguration und einem ersten Test.

Eclipse Download

  1. Du findest den Download für Eclipse unter www.eclipse.org/downloads. So wie die Seite heute aussieht, klickst du dort auf Download now: Eclipse SDK 3.2.2. Achte darauf, dass hinter dem Link Windows steht, da es Eclipse natürlich auch für andere Betriebssysteme gibt. Du musst aber bedenken, dass nichts kurzlebiger ist als Websiten. Egal, irgendwo findet sich auf jeder Seite immer ein Bereich für den Download, sofern es dort etwas zu downloaden gibt. Achte bei Eclipse nur darauf, dass du das SDK erwischst, egal ob es die Versionsnummer 3.2.2 (die ist im Moment aktuell) oder eine höhere ist.

  2. Du gelangst nun auf eine andere Seite und klickst dort auf den Link direkt hinter Download from:. Im Screenshot unten wäre das [Germany] Innoopract Informationssysteme GmbH (http). Nur wenn es dabei Probleme gibt, solltest du einen anderen Mirror für den Download verwenden (mirror zu deutsch Spiegel, das sind Server, die zwar an verschiedenen Orten in der Welt stehen, aber identische Software zum Download bereit halten).

  3. Nun startet der Download und du musst nur noch den Pfad auf deiner Festplatte auswählen, wo die Datei eclipse-SDK-3.2.2-win32.zip abgelegt werden soll. Die Datei ist übrigens recht groß, ca. 120 MB.

Eclipse Installation

Das Installieren von Eclipse beschränkt sich auf das Auspacken der Datei eclipse-SDK-3.2.2-win32.zip bspw. nach c:\sprachen oder c:\software. Wenn du eine Komprimierungssoftware für Dateien hast, sollte das Auspacken kein Problem sein. Wenn nicht, Windows XP kann sowas im Prinzip zwar auch, allerdings ist es mir nicht gelungen, Eclipse auf diese Weise auszupacken. Windows XP hat nach ca. 70 MB aufgegeben. Verwende daher lieber gleich ein ordentliches Komprimierungsprogramm. 7-Zip zum beispiel ist im Gegensatz zu WinZip kostenlos.

Eclipse starten

Gehe in den ausgepackten Ordner Eclipse. Dort findest du eine Datei mit Namen eclipse.exe. Mit Doppelklick auf diese Datei öffnet sich Eclipse. Das kann, je nachdem wie schnell dein Computer ist, ein wenig dauern, weil Eclipse schon ziemlich hungrig auf den Arbeitsspeicher und die Rechenzeit des Prozessors ist.

Als erstes fragt dich Eclipse nach dem Workspace. Das ist eine Ordner, in dem Eclipse die Dateien und Verzeichnisse für die Programme anlegen soll, die wir mit Eclipse entwickeln werden. Wähle zum Beispiel als Workspace das Verzeichnis c:\entwicklung\eclipse_workspace.

Wenn du stattdessen eine Fehlermeldung erhältst

deutet das darauf hin, dass auf deinem Computer Java nicht installiert ist. Keine Angst, wir werden nicht mit Java programmieren (obwohl das ebenfalls eine coole Sprache ist), aber Eclipse braucht nun mal Java, damit es arbeiten kann. Du findest eine aktuelle Java Version direkt beim Hersteller java.sun.com. Es reicht die JRE (Java Runtime Edition). Du kannst aber auch das JDK (Java Development Kit) nehmen:


Wenn du Java installiert hast, kehre hierher zurück und versuche es erneut mit dem Aufruf von Eclipse.

Okay, Eclipse ist nun gestartet und präsentiert sich beim ersten Mal mit dem Begrüßungsbildschirm.


Dort gehe ganz rechts außen auf das Symbol Workbench (das heißt so viel wie Werkbank, meint also den Bereich von Eclipse, wo wir werkeln werden.

In der Workbench angekommen sieht Eclipse nun etwa so aus:


Eclipse ist standardmäßig auf Java eingestellt. Deshalb siehst du auch den Perspektiven-Schalter oben rechts auf Java stehen. Hier brauchen wir einen anderen Schalter, auf dem Ruby draufsteht. Wo bekommen wir den her? Na klar, wir müssen wieder etwas installieren, aber diesmal innerhalb von Eclipse. Bevor wir das machen, noch ein paar Worte dazu, was eine Perspektive in Eclipse ist. Damit ist die gesamte Oberfläche gemeint, die du am Bildschirm von Eclipse sehen kannst: das Menü, die sichtbaren Knöpfchen (Toolbar, zu deutsch Werkzeugleiste), die zur Verfügung stehenden Teilfenster (Views, zu deutsch Sichten) usw. Wir brauchen für Ruby ein paar Werkzeuge und Ansichten, die uns die Arbeit mit Ruby erleichtern. Da nützen uns die Dinge, die speziell für Java gedacht sind, nicht viel weiter. Also dann installieren wir mal was für Ruby.

Eclipse fit für Ruby machen

Gehe im Menü von Eclipse auf Help, dann auf Software Updates und dort dann auf Find and Install.


Es öffnet sich ein Dialogfenster Install/Update, wo du den Knopf bei Search for new features to install anklickst und dann auf Next gehst.


Weiter geht es mit dem Dialog Install – Update sites to visit. Hier legst du eine neue Site an mit dem Button New Remote Site… und gibst als Name für die Site RDT (RDT steht für Ruby Development Tools) und als URL gibst du http://updatesite.rubypeople.org/release ein. Dann OK.


Zurück in dem Dialog für die Sites achtest du darauf, dass nur das Häkchen bei RDT gesetzt ist und gehst auf Finish.


Eclipse schaut nun online nach, ob es Updates für die gewünschte Software gibt. Da wir RDT ja noch nie zuvor installiert haben, sollte Eclipse auch etwas finden und sich mit dem Dialog Updates – Search Results von der Suche zurückmelden. Setze hier erneut das Häkchen bei RDT und gehe auf Next.


Eclipse landet im Dialog Install – Feature License. Wie sonst auch üblich muss man auch für die Software, die wir innerhalb von Eclipse installieren deren Softwarelizenz zustimmen, bevor man sie nutzen kann. Klicke also auf I accept the terms and the license aggreement und gehe auf Next.


Eclipse faßt dir nun die Installation nochmal auf dem Dialog Install – Installation zusammen. Gehe mit Finish weiter. Eclipse fängt an, die Software zu installieren.


Zum Schluß prüft Eclipse die Software und meldet auf dem Dialog Verification – Feature Verification, ob die Softwareprüfung in Ordnung ist. Meistens kommt hier aber eine Warnung Warning: You are about to install an unsigned feature. Das ist normal. Da wir RDT vertrauen, können wir hier gleich auf Install All gehen. Danach will Eclipse neu starten, was wir natürlich mit Yes erlauben und gespannt warten, bis Eclipse wieder da ist.


Okay, Eclipse ist wieder da und wir stellen nun die Perspektive auf Ruby um. Gehe dazu im Menü auf Window, Open Perspective und Other. Im Dialog der sich öffnet makiere den Eintrag Ruby und klicke OK. Das gleiche geht auch über die Perspektiven Knöpfchen am rechten oberen Rand vom Hauptanzeigefenster.


Beispielprogramm mit Eclipse

Nun wird es aber langsam ein bisschen Zeit, dass wir mit Eclipse auch mal etwas vernüftiges machen. Wie wäre es endlich mal mit einem Rubyprogramm in Eclipse? Danach ist die Lektion 10 aber auch wirklich zu Ende – ganz sicher!

In Eclipse brauchen wir zunächst ein Projekt, das unsere Dateien mit Rubycode verwaltet. Ein Projekt legst du am einfachsten an, indem du mit der rechten Maustaste in das linke Teilfenster Ruby Resources klickst (wir nennen es mal das Rubyfenster) und aus dem öffnenden Kontextmenü den Eintrag New und Ruby Project auswählst.

Dann gibst du dem Projekt einen beliebigen Namen, zum Beispiel Rubykids. Nach OK wird das neue Projekt im Rubyfenster angezeigt.

Jetzt geht es wie üblich: Wir legen eine Datei (innerhalb des Projektes) an, schreiben Rubycode hinein und führen das Programm aus. Also keine Zeit verlieren: rechte Maustaste auf das neue Projekt Rubykids öffnet das Kontextmenü, aus dem wir diesmal New und File auswählen. Der Datei geben wir den Namen lektion10.rb und schreiben etwas Rubycode hinein, z.b. den von Lektion 1


Vor dem Ausführen müssen wir allerdings noch die Datei rubykids.rb im Verzeichnis c:\entwicklung\eclipse_workspace\Rubykids (wenn dein Projekt so heißt wie meines) ablegen und die Projektanzeige im Rubyfenster auffrischen.

Beim Ausführen möchten wir ja die Ausgabe in Eclipse sehen. Dazu blenden wir uns das Ausgabefenster ein, falls es noch nicht vorhanden ist. Das geht über das Menü Window und Show View und dort wählen wir Console. Das Consolenfenster erscheint nun im unteren Bereich von Eclipse.


Jetzt wird es nochmal kurz spannend. Ausgeführt wird nämlich endlich mit dem Run As Befehl, entweder über den kleinen schwarzen Pfeil am Run-Knöpfchen in der Toolbar, oder wieder über die rechte Maustaste des Projektes. Wichtig: der Cursor muss dabei in der auszuführenden Datei stehen oder die Datei muss zumindest im Projekt markiert sein, damit Eclipse weiß, was wir ausführen möchten!

Na prima, eine Fehlermeldung. Wie sollte es auch anders sein.

Eclipse kann den Rubyinterpreter nicht finden! Wir müssen Eclipse sagen, wo wir Ruby installiert haben. Das machen wir im Menü von Eclipse über Window und Preferences…. Es öffnet sich der Dialog der zentrale Einstellungen von Eclipse beherbergt.

Hier klappen wir im Navigationsbaum links den Pfad Ruby – Installed Interpreters auf und legen mit dem Knopf Add auf der linken Seite des Dialogs einen Interpreter mit folgenden Werten an:


  • RubyVM type: Standard VM
  • RubyVM name: Ruby
  • RubyVM home directory: C:\sprachen\ruby (oder ein anderes Verzeichnis, wenn du Ruby woanders hin installiert hast).
  • Default VM Arguments: -Ku (diesmal geben wir den K-Parameter gleich mit an).

und aktivieren ihn schließlich mit dem Häkchen und OK.

Nun nochmals Ausführen wie oben beschrieben, und wir sehen die gewünschte Ausgabe. Geschafft!

Peter und Livia

Peter: Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich hier noch alles installieren und konfigurieren soll? Das ist ja voll kompliziert!

Livia: Du lernst währenddessen dafür aber auch eine Menge, nicht nur von Ruby oder Eclipse, sondern du lernst die Funktionsweise deines Computers insgesamt besser kennen. Es lohnt sich! Los, ich helfe dir! (Und sie installieren, konfigurieren und programmieren bis die Sonne hinter dem Monitor versinkt…)

Download, Installation und Konfiguration von Vim 1

Erstellt von Frithjof Sat, 03 Mar 2007 18:00:00 GMT

Rubyprogramme sind Textdateien (lass dir von Mama erklären, welche Dateitypen es noch gibt). Wir könnten unsere Programme daher mit dem Notepad Editor schreiben, der mit jedem Windows ausgeliefert wird. Du findest diesen Editor unter Start => Alle Programme => Zubehör => Editor.

Dieser Texteditor ist zum Programmieren aber nicht wirklich geeignet, hauptsächlich weil er die Textelemente, die für jede Programmiersprache typisch sind, nicht farblich hervorheben kann. Wir brauchen etwas anderes. Wenn deine Mama keinen anderen Vorschlag hat, dann folge einfach meinem:

Wir verwenden den Texteditor VIM. Du findest ihn auf der Seite http://www.vim.org.
  1. Klicke dort auf den Bereich Download

  2. und gehe weiter zum Bereich PC: MS-DOS and MS-Windows und lade das Programm gvim70.exe über den Link hinter der Bezeichnung des Abschnitts Self-installing executable gvim##.exe in das Verzeichnis c:\software herunter (genauso wie oben entweder über die rechte oder linke Maustaste, die Versionsnummer 70 kann auch bereits eine andere sein):

    Überprüfe, ob es geklappt hat. Nun müssten im Verzeichnis c:\software zwei Dateien liegen:

Vim installieren

  1. Klicke doppelt auf die heruntergeladene Datei c:\software\gvim70.exe
  2. Es startet der Setup Wizard, der dich durch die Installation führt.
  3. Im ersten Dialog klickst du auf Ja.

  4. Lass dir auf dem nächsten Dialog alles von Mama vorlesen und klicke dann auf I Agree, das bedeutet sowiel wie ich bin einverstanden!. Dort steht die sogenannte Softwarelizenz. Das sind die Bedingungen für die Benutzung von Vim. Vim ist eine freie Software, für die du nichts zu bezahlen brauchst. Wenn dir die Software aber einmal so gut gefällt, dass du sie ständig benutzt, dann kannst du mit Mama etwas für Kinder in Uganda spenden.

  5. Im nächsten Dialog schaltest du im Feld Select the type of install um auf den Eintrag Full. Klicke dazu am rechten Rand des Feldes auf das kleine schwarze Dreieck mit der Spitze nach unten und wähle Full aus der aufklappenden Liste aus. Gehe dann mit Next weiter.

  6. Der nächste Dialog zeigt dir an, wo Vim hininstalliert wird. Das brauchst du nicht zu ändern. Lasse das Feld Destination Folder einfach so wie es angezeigt wird und klicke zügig auf Install.



  7. Warte bis die Installation durchgelaufen ist und ein schwarzes Fenster erscheint (ja genau, das ist wieder mal die DOS Box oder Eingabeaufforderung von Windows, die du schon kennst). Klicke einmal irgendow in das schwarze Fenster und drücke die Entertaste.

  8. Dann verschwindet das Fenster wieder und die Installation ist beendet. Klicke auf Close.

Vim konfigurieren

Die Konfiguration von Vim ist etwas leichter als die von Ruby.

  1. Öffne im Explorer das Verzeichnis C:\Programme\Vim und suche dort die Datei mit dem ungewöhnlichen Namen _vimrc.

  2. Klicke mit der rechten Maustaste auf diese Datei.
  3. Aus dem aufklappenden Kontextmenü klickst du mit linken Maus auf öffnen.
  4. Es geht ein Dialog mit dem Titel öffnen mit auf. Aus der Liste der Programme klickst du auf Editor und dann auf OK.
  5. Es öffnet sich der Windows Editor (Schreibprogramm) mit dem Inhalt der Datei.

    Füge nun am Ende der Datei (schiebe die Scrollleiste ganz nach unten) folgenden Text ein:
    
    syntax on           " Syntax Hervorhebung (bunter Code)
    set tabstop=2       " Ein Tab=2 Leerzeichen
    set number          " Zeilennummern anzeigen
    set ai              " Automatisch einrücken
    set si              " Noch schöner einrücken
    
    set ch=2            " 2 Zeilen für die VIM-Kommandozeile
    set mousehide       " Verstecke den Mausezeiger beim Tippen
    set bs=2
    set sw=2            " 2 Zeichen beim verschieben von Zeilen
    set expandtab       " Tabzeichen durch Leerzeichen ersetzen
    set noswapfile      " Keine Swapdatei anlegen beim editieren
    set nobackup        " Keine Backupdatei zurücklassen
    set incsearch       " Livesuche
    
    :colorscheme pablo " Farbschema